Knochenaufbau

Wie Ihnen Ihr Zahnarzt verdeutlichen wird, kann ein Zahnimplantat nur dann zuverlässig, stabil und sicher in den Kieferknochen einwachsen (Osseointegration), wenn es von allen Seiten mit genügend Knochenmaterial umgeben ist. Häufig hat aber eine Parodontitis überhaupt erst zum Zahnverlust geführt und im Laufe der Erkrankung auch den Kieferknochen geschwächt. Aber auch ohne Parodontitis schwindet die Knochensubstanz des Kiefers in den Bereichen, in denen keine Zahnwurzeln mehr vorhanden sind.

Ein zu geringes Knochenangebot ist aber in der modernen Zahnmedizin ein zu behebendes Problem. In diesen Fällen steht Ihren Lüneburgern Zahnärzten und Implantologen die Möglichkeit des Knochenaufbaus (Augmentation, lat. für „Vergrößerung“) zur Verfügung.

Es kommen mehrere unterschiedliche Materialien dafür in Frage. Wir verwenden körpereigene Knochentransplantate (autogenes Transplantat), sicheren Spenderknochen und hochwertige Knochenersatzmaterialien – je nach Befund in Kombination mit speziellen Membranen zur Guided Bone Regeneration (GBR). Dabei wird der Bereich, in dem sich neuer Knochen bilden soll, von einer Membran umgeben. Dieses Verfahren verhindert, dass das schneller wachsende umgebende Weichgewebe in den für Knochen vorgesehenen Raum dringt und gibt dem langsamer wachsenden Knochen die Möglichkeit, den Raum auszufüllen. Es gibt die Membrane zwar auch aus nicht-resorbierbarem Material, wir verwenden in unserer Fachpraxis in Lüneburg allerdings häufiger sich selbstauflösendes Material (resorbierbar). Dadurch vermeiden wir einen zweiten Eingriff, um die Membran wieder zu entfernen.

Auch wenn Zahnimplantate nur wenige Millimeter groß sind (8-15mm Länge), muss der Kieferknochen sowohl eine Mindesthöhe als auch eine Mindestbreite aufweisen, um ausreichend große Implantate aufnehmen zu können.Durch die gegebenen anatomischen Strukturen müssen Knochenaufbaumaßnahmen im Unter- und Oberkiefer getrennt voneinander betrachtet werden.

Geeignete, kleinere Knochentransplantate entnehmen wir aus Ihrem Kieferwinkel, seltener aus dem Kinnbereich. Der Knochen wächst wieder nach. Ob wir das Transplantat als kleinen Block im vorgesehen Bereich fixieren oder ob der Defekt mit zerkleinerten Knochen aufgefüllt werden kann, hängt maßgeblich von der Größe des wieder aufzubauenden Knochens ab. Umfangreiche Knochendefekte erfordern allerdings auch ein ausreichendes Transplantat, das nicht aus den genannten Arealen gewonnen werden kann. In diesen Fällen können wir in Kooperation mit „botiss biomaterials“ auf allogene Augmentate zurückgreifen (prozessiertes, humanes Transplantat von Spendern).

Im Bereich der oberen Backenzähne bedienen wir uns eines anderen Verfahrens, das Zahnmediziner als Sinuslift bezeichnen. Grundsätzlich wird dabei der Boden der Nasennebenhöhle (Sinus maxillaris) leicht angehoben und mit Knochenmaterial aufgefüllt. Der Zugang erfolgt dabei über die Mundhöhle. Abhängig vom Befund und dem notwendigen Umfang der Augmentation kommen interner und externer Sinuslift in Frage. Beim externen Sinuslift eröffnen wir die äußere Wand der Nasennebenhöhle, bringen Knochenmaterial ein, setzen eventuell das Implantat ein und verschließen den Zugang wieder. Beim internen Sinuslift erfolgt das Einbringen des Knochenmaterials durch den gleichen Zugang, in dem direkt im Anschluss das Zahnimplantat eingebracht wird (Implantatlager). Dieses Verfahren bedarf eines erfahrenen Operateurs, weil empfindliche Strukturen wie die Schneidersche Membran, die die Mund- von der Nasenhöhle trennt, nicht verletzt werden dürfen. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung im Bereich der Implantationen und des Knochenaufbaus sind Sie bei den Zahnärzten unserer Praxis in Lüneburg in den besten Händen.

Spezialfall Socket Preservation

Muss ein Zahn entfernt werden, kann Ihr Zahnarzt das zurückbleibende Zahnfach (die Alveole) derart präparieren, dass der Kieferknochen sich in der Zeit der Heilung nicht oder nur geringfügig zurückbildet: Das Zahnfach kann mit Kollagenen aufgefüllt werden, das die natürliche Knochenregeneration unterstützt. So kann auch einige Zeit nach einer Zahnextraktion ein Implantat gesetzt werden, ohne dass die Gefahr einer Knochenatrophie (Knochenabbau) besteht. Ist ein Implantat in absehbarer Zukunft nicht geplant, ist es dennoch sinnvoll, den Kieferknochen langfristig zu erhalten. Dazu können wir statt der Kollagene sowohl synthetisches als auch humanes Knochen(ersatz)material in das Zahnfach einbringen.

Durch die Verwendung von körperfremden Kollagenen zu diesem Zweck wird dem Patienten eine zweite Eingriffsstelle inklusive Wunde und Infektionsrisiko erspart, die eine Eigengewebstransplantation mit sich bringen würde.