Mikrochirurgische Behandlung

Führt die geschlossene Zahnfleischtaschenreinigungnicht zum erwünschten Erfolg, besteht die Möglichkeit der offenen Zahnfleischtaschenreinigung. Dieses Vorgehen ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem unser Lüneburger Zahnärzte-Team unter Lokalanästhesie die betroffene Zahnfleischtasche eröffnet, um den darunter liegenden Zahn von bakteriellen Belägen zu befreien. Anschließend vernähen wir die Wunde und kontrollieren in engmaschigen Abständen den Erfolg der Behandlung.

Ist die Parodontitis weit fortgeschritten, ist der Körper trotz abgeklungener Entzündung meist nicht in der Lage, das degenerierte Gewebe neu zu bilden. Empfindliche Zahnhälse liegen frei, der Zahnfleischsaum verläuft unregelmäßig und lässt die Zähne ungepflegt erscheinen. Um funktionale und ästhetische Defekte zu beseitigen, stehen uns verschiedene mikrochirurgische Behandlungsoptionen offen: Mit Hilfe von Eigengewebstransplantation, Knochenersatzmaterialien und Wachstumsfaktoren können knöcherne Verluste bei geeigneter Defektmorphologie ausgeglichen werden. Durch den (zusätzlichen) Einsatz resorbierbarer Membranen können körpereigene Regenerationsprozesse angestoßen und unterstützt werden.

Das Ziel ist die Beseitigung der akuten Entzündung und die damit einhergehende Wiederherstellung bzw. Verbesserung sowohl der Zahnfunktion als auch der Zahnästhetik. In den Fällen, in denen es trotz Anwendung aller lokalen Therapiemöglichkeiten nicht gelingt, die akuten Entzündungssymptome vollständig zu beseitigen, können wir eine Keimbestimmung im Labor vornehmen lassen. Hier kann ermittelt werden, ob die entsprechenden Keime zu einer normalen, gesunden Mundflora gehören und in welcher Anzahl sie vorhanden sind. Pathogene (krankmachende) Keime können so erkannt und mit Hilfe eines Antibiogramms ein Antibiotikum ermittelt werden, dass gezielt genau gegen dieses Bakterium oder diese Bakterien wirkt. Dieses Vorgehen ist deutlich effektiver, als mit einem Breitbandantibiotikum „blind“ zu therapieren.