Korrektur von Okklusionsstörungen

Bei einer Okklusion oder Verzahnung spricht man vom Kontakt der Zähne des Oberkiefers zu denen des Unterkiefers. Gesteuert wird diese durch unser zentrales Nervensystem (ZNS). Normalerweise berühren sich Ihre Zähne nur wenige Minuten am Tag, wodurch sich Ihr Unterkiefer überwiegend in einer Ruhelage befindet: Es handelt sich also um einen harmonischen Zahnkontakt. Kommt es jedoch zu Abweichungen der Verzahnung können diverse Kaufunktionsstörungen entstehen, welche sich aufgrund eines permanenten Dauerdrucks negativ auf Ihre Gesamtgesundheit auswirken können.

Besonders Frühkontakte, d.h. das vorzeitige Aufeinandertreffen einzelner Front- und Seitenzähne, oder massives Zähnepressen und -knirschen führen zu einem unnatürlichen Abrieb (Abrasion) der Zahnhartsubstanz. Nach und nach werden die Spitzen und Höcker immer kürzer, Front-Eckzahnführungen gehen verloren und die Kiefergelenke geraten aus ihrer stabilen Position. Wird die gesunde Gelenkposition nicht mehr gewährleistet, kommt es zu einer Gelenkkapselverengung, welche sich wiederrum in unmittelbarer Nähe des Gehörgangs befindet, weshalb Patienten oftmals unter Ohrenschmerzen und Tinnitus leiden. Wie Ihnen Ihr Zahnarzt verdeutlichen wird, führen okkusale Fehlfunktionen (des Kiefers) zu Verspannungen und Schmerzen der Kopf-, Gesichts- und Kaumuskulatur. Diese werden zudem meist auch an andere Körperpartien, wie Nacken, Schulter und Rücken weiterleitet. Des Weiteren kann eine Okklusion, die aus dem Gleichgewicht gebracht wurde und oft durch Überbelastung verstärkt wird, einen enormen psychoemotionalen Stress bewirken!

Folgende Faktoren können Okklusionsstörungen hervorrufen:

  • Abrasion der Zähne
  • fehlende Seitenzähne (Zahnlücken)
  • Weisheitszähne
  • fehler- und/ oder mangelhafte KFO-Behandlungen

Um Okklusionsstörungen effizient behandeln zu können, muss ein interdisziplinäres Therapeutenteam bestehend aus Zahn- und HNO-Ärzten, Neurologen, Orthopäden als auch Physiotherapeuten, die einen Stressabbau als essentielle Behandlungsmaßnahme integrieren, am Ursprung der Normabweichung sowie dessen Heilung arbeiten.

Nachdem eine ausführliche manuelle und instrumentelle Funktionsanalyse (mit Simulation der Okklusionsverhältnisse) stattgefunden hat, wird das weitere therapeutische Vorgehen mit dem Patienten besprochen.

Folgende Behandlungsmöglichkeiten kommen in Frage:

  • KFO-Maßnahmen (Zahnkorrektur)
  • Prothetische Maßnahmen (Zahnhartsubstanzersatz) nach erfolgreicher Schienentherapie
  • Einschleifmaßnahmen (Beseitigung der Störkontakte) bei sehr geringen Fehlkontakten